FIT & MUNTER 4/26 HOCHSENSIBILITÄT 19 nische Störung. Sie ist keine Diagnose und nicht per se behandlungsbedürftig, kann aber erklärungs- bedürftig sein. ZWISCHEN STÄRKE UND ÜBERFORDERUNG Was Neurodivergenzen und Hochsensibilität ge- meinsam haben: Die Gesellschaft ist nicht auf sie ausgerichtet. Viele hochsensible Menschen schei- tern nicht an ihrer Sensibilität – sondern daran, dass sie diese jahrelang nicht verstehen. Sie erleben sich als zu empfindlich, zu langsam oder zu kompliziert. Dabei sind genau diese Menschen oft besonders kreativ, einfühlsam und pflichtbewusst in ihrem Umfeld. «Aus meiner Erfahrung sind hochsensible Menschen sehr belastbar. Vorausgesetzt, dass sie ihre Grenzen kennen, diese klar kommunizieren und ihre Ruhezeiten einhalten», sagt Schild. Weiter seien Hochsensible lösungsorientiert, pflichtbewusst und einfühlsam. «Das sind grosse Stärken, die im Alltag oft unterschätzt werden», betont Schild. Die Kehrseite: Wer seine Wahrnehmungsintensität nicht kennt und keine Schutzstrategien entwickelt, erschöpft sich. Nicht selten kann dies mit Erschöp- fung, Schlafproblemen oder gedrückter Stimmung einhergehen. «Unsere Kundinnen und Kunden be- richten häufig, dass sie schneller reizüberflutet sind, da sie Eindrücke besonders intensiv wahrnehmen. Kurzfristige Planänderungen fallen ihnen schwer. Viele erzählen zudem, dass sie sich gestresst fühlen und regelmässige Ruhepausen benötigen», berich- tet Schild. Genau an diesem Punkt kann der Gang in die Drogerie oder Apotheke ein entscheidender erster Schritt sein. ANZEIGE Manche Menschen nehmen Geräusche, Stimmungen oder Ein- drücke besonders intensiv wahr. Bewusste Pausen, klare Routinen und kleine Rituale können helfen, den Alltag achtsamer zu ge- stalten. In Ihrer swidro Drogerie oder Apotheke erhalten Sie eine persönliche Beratung, auch zu spagyrischen Möglichkeiten, die individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt werden. WENN REIZE ZU VIEL WERDEN: BERATUNG MIT FEINGEFÜHL «Wenn jemand grundsätzlich freudig durchs Leben geht, aber merkt, dass er immer wieder an seine Grenzen stösst und nicht weiss, wie er sich selbst schützen kann, ist er bei uns gut beraten. Wir hö- ren zu, ordnen die Situation gemeinsam ein und be- sprechen, welche unterstützenden Möglichkeiten im Alltag sinnvoll sein können. Zudem geben wir prakti- sche Tipps für den Alltag», erklärt Schild. Bei star- kem Leidensdruck oder depressiven Verstimmun- gen ist jedoch zusätzlich ärztlicher Rat angezeigt. Hochsensible Menschen weisen in Hirnregionen, die Empathie und Informationsintegration verarbeiten, eine höhere Aktivität auf. Die Produktwahl ist bei Hochsensibilität individuell – und genau deshalb ist die persönliche Beratung so zentral. «Wir begleiten Hilfesuchende in der Dro- gerie / Apotheke dort, wo Unterstützung gebraucht wird, fragen nach und möchten wissen, wie Produk- te und Tipps gewirkt haben. Das schafft Vertrauen und eine Bindung, die heute in der Gesellschaft oft fehlt», fasst Schild zusammen. Bei Hochsensibilität haben sich in der Praxis einige Mittel bewährt. Darunter etwa die Omega-3- Fettsäure DHA zur Unterstützung einer normalen Gehirnfunktion, B-Vitamine, die zu einer normalen Funktion des Nervensystems und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung beitragen, sowie Mit- tel zur gezielten Nervenstärkung. Schild setzt in der Beratung besonders gerne auf Spagyrik: «Jede Mi- schung kann individuell auf die aktuelle Situation der betroffenen Person abgestimmt werden.» Gerade bei hochsensiblen Menschen sei es wichtig, sehr genau hinzuhören und gemeinsam herauszufinden, was im Alltag guttut. Ergänzend können, je nach Be- dürfnis, auch Bachblüten, Tinkturen oder ätherische Öle eine Rolle spielen, etwa als bewusstes Ritual, zur Gestaltung von Ruhepausen oder für eine an- genehme Atmosphäre.